bag if Jahrestagung 2018: Inklusionsunternehmen – wirtschaftlich. sozial. erfolgreich.

Unter dem Motto „Inklusionsunternehmen – wirtschaftlich. sozial. erfolgreich.“ fand vom 19. bis 20. Juni die Jahrestagung der bag if in Magdeburg statt. Neben rund 400 Gästen aus Wirtschaft, Politik, Fachwelt und Verwaltung begrüßte die bag if die Parlamentarische Staatssekretärin Kerstin Griese (BMAS), den Parlamentarischen Staatssekretär Christian Hirte (BMWi) sowie den neuen Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen Jürgen Dusel.

Kerstin Griese, die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Christian Hirte, der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

v.l. Helmut Greiner (Schwerbehindertenvertretung Volkswagen AG Salzgitter), Dr. Fritz Baur (1. Vorsitzender bag if), Christian Hirte (Parlamentarischer Staatssekretär BMWi), Dörte Maack (Moderatorin), Jürgen Dusel (Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen), Oliver Kahn (Vorstand DKB Stiftung)

Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales Kerstin Griese hob die Bedeutung eines inklusiven Arbeitsmarktes hervor und erklärte, dass Inklusionsunternehmen eine wichtige Rolle spielen, um diesen zu verwirklichen. Um Inklusionsunternehmen auch zukünftig zu stärken, habe die neue Bundesregierung diese explizit im Koalitionsvertrag genannt. Eine Aufstockung und Verlängerung des Bundesprogramms „AlleImBetrieb“ sei dabei eine Möglichkeit. Weitere Möglichkeiten, um Inklusionsunternehmen zu unterstützen, sieht Griese u.a. im Vergaberecht und in dem neuen Bundesprogramm „rehapro“. Zur Verwirklichung eines inklusiven Arbeitsmarktes müsse es insgesamt darum gehen, noch mehr Arbeitgeber für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen zu gewinnen.

Für Christian Hirte, den Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, sind Inklusionsunternehmen die mustergültige Verkörperung der sozialen Marktwirtschaft. Sie verbinden das Soziale mit dem Wirtschaftlichen im besten Sinne und übernehmen gesellschaftspolitische Verantwortung. Um dem Ideal eines inklusiven Arbeitsmarktes näherzukommen, müssen inklusive Arbeitgeber weiter gestärkt werden. Wie Katrin Giese sieht auch Hirte im Vergaberecht eine wichtige Möglichkeit, um Inklusionsunternehmen zu unterstützen.

Der neue Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen Jürgen Dusel stellte sich den anwesenden Inklusionsunternehmerinnen und -unternehmern als „Mitstreiter“ vor, der sich sowohl für ihre Interessen als auch für die der Beschäftigten stark machen wolle. Um einen inklusiven Arbeitsmarkt entsprechend der UN-Behindertenrechtskonvention zu verwirklichen, brauche es echte Teilhabe auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, wie sie in Inklusionsunternehmen vorbildlich verwirklicht sei. Die Inklusionsunternehmen zu stärken, gestalte sich als wichtiger Pfeiler, damit Menschen mit Behinderungen ihre Rechte auch tatsächlich wahrnehmen können.

Der bag if Vorsitzende Dr. Fritz Baur freute sich über den Zuspruch der politischen Gäste, regte aber auch Veränderungen der Unterstützungsstrukturen an: „Seit 40 Jahren sind unsere Inklusionsunternehmen erfolgreich am Markt tätig. Rund 900 Unternehmen mit über 26.000 Beschäftigten sind der nachhaltige Beweis dafür, wie sich wirtschaftlicher Erfolg und soziale Teilhabe dauerhaft vereinen lassen. Um unser Erfolgsmodell auch zukünftig zu erhalten und auszubauen, müssen wir über neue Finanzierungsstrukturen neben der Ausgleichsabgabe nachdenken.“

Auf der Jahrestagung wurde zudem die neue bag if Aufklärungskampagne „Inklusionsunternehmen – MehrWert inklusive“ vorgestellt. Die Projektkoordinatorin Magdalena Weinsziehr präsentierte die Materialien, die hierzu in den vergangenen sechs Monaten entwickelt worden sind, und führte Interviews mit Vertreterinnen einiger an der Kampagne mitwirkenden Inklusionsunternehmen. Facettenreiche Einblicke in die digitalen Technologien der Gegenwart und Zukunft gewährte Prof. Dr. Dietmar Wolff von der Hochschule Hof. Unter dem Titel „Visionäre Ziele und Mut zum Machen – Voraussetzungen für erfolgreiche Innovation“ ermutigte Dr. Jens-Uwe Meyer, Innolytics GmbH, die Gäste zu kreativem Denken und mutigem Handeln für den persönlichen und unternehmerischen Erfolg.

Abgerundet wurde die Jahrestagung der bag if durch die Verleihung des Rudolf-Freudenberg-Preises, mit dem die bag if und die Freudenberg Stiftung jedes Jahr besondere Innovationen in Inklusionsunternehmen auszeichnen. Bei dem neuen Hauptpreisträger handelt es sich um die Priska Integration gGmbH aus dem bayerischen Schöllkrippen. Einen Sonderpreis erhielt die AfB gGmbH.

„Die bag if Jahrestagung ist ein wichtiges Forum, um die Inklusion im Arbeitsmarkt mit Experten unterschiedlichster Couleur zu diskutieren. Für unsere Unternehmerinnen und Unternehmer zählt der fachliche Austausch, die Möglichkeit, sich fortzubilden sowie bewährte Netzwerke zu festigen und neue zu knüpfen“, fasste Dr. Baur die Jahrestagung 2018 der bag if zusammen. Um Inklusion als zentrales gesellschaftliches Ziel nachhaltig zu erreichen, sei es besonders wichtig, die Bedeutung von inklusiver Arbeit zu unterstreichen und auf das wirtschaftliche und soziale Erfolgsmodell der Inklusionsunternehmen aufmerksam zu machen.

Die Pressemitteilung zur Jahrestagung 2018 der bag if finden Sie HIER.