Arbeitslose Schwerbehinderte profitieren kaum von Konjunktur

(dpa) Arbeitslose Schwerbehinderte profitieren deutlich weniger von der guten Lage auf dem

nordrhein-westfälischen Arbeitsmarkt als Beschäftigte ohne Behinderung. Das geht aus

einem Bericht der Landesregierung an den Arbeitsausschuss des Düsseldorfer Landtags

hervor, der dort am Mittwoch auf der Tagesordnung stand.

In NRW sank demnach die Zahl der arbeitslosen Schwerbehinderten im März im Vergleich zum
Vorjahr um rund 1,2 Prozent auf 47 000. 575 Menschen mit Handicap fanden in den vergangenen
zwölf Monaten einen neuen Job. Demgegenüber sah die Entwicklung auf dem regulären
Arbeitsmarkt mit einem Rückgang der Arbeitslosigkeit um fast sieben Prozent deutlich positiver
aus. Insgesamt waren im April etwas mehr als 664 000 Menschen ohne Arbeit in NRW.


In den Behindertenwerkstätten stieg die Stellenzahl gegenu?ber dem Vorjahr um rund ein Prozent
auf etwas mehr als 80 000. Das Land bezuschusst diese Arbeitsplätze jährlich mit rund fünf
Millionen Euro. Die Zahl der Inklusionsbetriebe in NRW lag nach Angaben der Landesregierung
Ende 2017 bei knapp 300 Betrieben mit rund 8000 Arbeitsplätzen für Schwerbehinderte.


"Nordrhein-Westfalen hat damit mehr Inklusionsbetriebe als jedes andere Land", stellte
Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) in seinem Bericht fest. Auch beim Anteil der
Beschäftigten in Inklusionsbetrieben pro 1000 Einwohner liege NRW gemeinsam mit Rheinland-
Pfalz im bundesweiten Vergleich an der Spitze.